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Method Painting

Lesezeit Ca. 3 Min.

Der Menschliche Geist ist ein Labyrinth aus verstrickten Pfaden, gezeichnet von den rohen Impulsen unserer Existenz: Gewalt, Obszönität, Sex und jenen psychischen Narben, die durch das Fehlverhalten anderer in uns entstehen. 
Wo andere Bücher schreiben, um sich zu entlasten, oder im Extremsport die Flucht suchen, gehe ich einen Schritt tiefer.
Ich erkunde die Grenzen meiner eigenen Psyche, um die Komplexität und die Traumata unseres seins in abstrakte, expressionistische Unikate zu transformieren.
Meine Arbeit basiert auf dem Prinzip des Method Painting.

 

Method Painting ist die visuelle Entsprechung zum Method Acting. Es beschreibt eine Herangehensweise, bei der der Künstler nicht länger aus der Distanz beobachtet, sondern die emotionale Realität seines Subjekts vollkommen verkörpert.
Es geht nicht darum Schmerz, Wahnsinn oder Ekstase zu malen, es geht darum, diese Zustände während des Schaffensprozesses zu sein.

Der Künstler nutzt seine eigene Psyche als Resonanzkörper.
Er begibt sich in eine kontrollierte Trance, um die Barrieren des "schönen Scheins" niederzureißen. Das Ziel ist die absolute Wahrhaftigkeit:
Die Leinwand wird zum Protokoll einer echten, psychischen Grenzerfahrung.

Ich habe das Method Painting für mich als ein Werkzeug der psychischen Extraktion definiert. Meine Herangehensweise ist eine Gratwanderung zwischen der totalen Empathie und dem drohenden Verlust des Selbst.

     1. Die Infiltration der Psyche

Mein Prozess beginnt damit, dass ich mich den verstrickten und oft verstörenden Impulsen des Menschlichen Geistes öffne.
Ich absorbiere die Schwingungen von Gewalt, Verletzung und Obszönität. Ich nehme die psychischen Schäden auf, die durch das Fehlverhalten anderer entstanden sind. Jene dunklen Flecken, die entstehen, wenn Informationen fehlen und nur der Schmerz bleibt.

     2. Das denken auf die Leinwand

Ich "denke" die Probleme anderer direkt in die Farbe. Während der Performance fungiere ich als Kanal: Ich erkunde, wie tief ich in die Abgründe der menschlichen Existenz hinabtauchen kann, ohne den Verstand zu verlieren. Es ist ein radikaler Akt der Identifikation. Ich werde zum Wirt für die skurrilen Handlungen und verbotenen Vorstellungen, die normalerweise im Verborgenen gären.

     3. Die Fertigstellung

Am Ende des Method Paintings steht die Entladung. Was auf der Leinwand zurückbleibt, ist die gereinigte Essenz der zuvor durchlebten Komplexität.
Ich verwandle das Verstörende und die psychischen Verstrickungen in eine expressionistische Ordnung. Das fertige Unikat ist ein Befreiungsschlag: Ein Beweis dafür, dass Schmerz und Chaos durch Kunst eine Form finden können, die uns nicht mehr beherrscht, sondern die wir betrachten können.

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